wenn ich lese, dass der liberalismus davon spricht, dass der staat in ein wirtschaftssystem nicht eingreifen soll, weil das system so komplex ist, dass es ohnehin nicht kontrolliert werden kann und also es besser ist, dieses system sich selbst zu überlassen auf dass es sich selbst reguliert (was zweifellos denkbar ist und durch wikipedia und internet im großen und ganzen bestätigt wird -- im detail wäre das noch zu untersuchen), dann trifft das wohl auch auf die projektplanung in einem unternehmen zu, die bei zunehmender zahl an projekten immer unüberschaubarer und (bei einem dienstleister, der sich an den zeitplänen der klienten orientiert) ebenso unvorhersehbar wird. die schlußfolgerung: man soll analog zur liberalen idee auch die projektplanung/-durchführung natürlich (sich selbst regulierend) stattfinden lassen.
bitte, das ist ein persönliches gedankemodell, das ich gerade durchführe, um meine eigene planungstechnik zu optimieren. die fragestellung, die mich dabei beschäftigt: soll man die projekte im detail planen, klarerweise mit meilensteinen und, das ist der kritische punkt, mit zeiten und zeitdauern, in denen bestimmte aktivitäten stattfinden sollen? denn, es ist weder sicher, dass einem zu den definierten zeiten die besten ideen kommen, noch, dass zu diesen zeiten notwendige entscheidungen der klienten vorliegen, noch ist man sicher, dass die aktivität nur die veranschlagte zeit in anspruch nimmt. es ist also schon sehr schwer die wissensarbeit eines einzelnen zu planen, die planung der wissensarbeit einer gruppe wird wohl exponentiell komplexer werden und also unüberschaubarer.
die these: die projektresourcenplanung also sich selbst regulierend überlassen, zum (hohen) preis der potentiellen unsicherheit. potentiell, weil in der praxis hat sich gezeigt, dass sich die dinge immer ausgehen. zeitweise mit hohem stressniveau, aber immer im gewünschten qualitätslevel.
Comments [0]