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Aus Kunden Botschafter machen (Design als Strategie)

Viele Märkte sind heute bereits gesättigt. Es herrscht Verdrängungswettbewerb. Immer mehr Produkte und Dienstleistungen ähneln einander und die Käufer sind preissensibel. Produktionen werden ausgelagert, Produkte immer billiger angeboten und das bei gleichbleibender oder besserer Leistung. Die Abwärtsspirale dreht sich seit Jahren und Geiz-ist-geil ist bereits eine Alltagsfloskel.

Durch Innovation und Design differenzieren lautet das Credo der Berater. Das Ziel ist, dem Mitbewerb voraus zu sein und begehrenswerte Produkte anzubieten – zum Premiumpreis und als Marktführer. Beispiel iPod.

Die Lösung

Erklimmen sie die höchste Stufe der Designleiter, setzen sie Design als Strategie ein. Dabei arbeiten Designer mit dem Management an der Geschäftsgrundlage: die Vision der Firma und die Wertschöpfungskette sind auch Gestaltungsgegenstand, nicht nur die Produkte.

Um nützliche und ansprechende Produkte zu schaffen, versetzt sich der Designer üblicherweise in die Lage des Benutzers. Diese Erfahrung hilft auch dann, wenn das Produkt ein Prozess oder ein Bedienablauf ist.

So haben wir sehr erfolgreich den Akkreditierungsprozess bei der JCI Weltkonferenz 2005 gestaltet. Das Ergebnis war nach Aussage vieler Delegierter, das beste Registrierungserlebnis ihrer Konferenzgeschichte. Selbst Konferenzprofis, wie die Leute vom Austria Center Vienna, waren erstaunt und baten angeblich die Systematik für zukünftige Kongresse übernehmen zu dürfen. Dabei war das designte System im Vorfeld umstritten. Der Prozesszugang eines Designers ist eben anders als der eines Managers. So könnte die Kombination dieser beiden Berufsgruppen zum Erfolgskatalysator des Jahrhunderts reifen.

Bei Design als Strategie bearbeiten wir den Gesamtprozess aus Sicht des Benutzers! Dabei werden die Komponenten des Produkterlebnises gestaltet und aufeinander abgestimmt. Das betrifft die Produktgestaltung selbst, aber auch Bedienabläufe, Software und Geschäftsmodelle. Eine enge Zusammenarbeit mit den Spezialisten ist essentiell, mit den Managern eines Unternehmens.

Ein Paradebeispiel für diese Vorgangsweise ist Apples iPod mit seinen Satelliten iTunes, iTunes Music Store, der Idee von Steve Jobs vom Macintosh als Digital Hub und seiner Vision vom Selbstverwirklichungsbedarf und Mitteilungsdrang der Menschen. Software, die aufeinander abgestimmt ist, gepaart mit auf die Bedürnisse der Benutzer optimierten Geschäftsmodellen, betten sich in die Lebenführung der Menschen ein.

Der Nutzen

Der Konsument kauft nicht nur das Produkt, sondern ein Verhaltenskonzept, das ihm Vorteile in seiner Lebensführung bringt und aus dem er so schnell nicht wieder aussteigen will. Dadurch wird das Produkt für den Mitbewerb unangreifbar. Der Nutzen, den das Produkt als Manifestation dieser Dienste liefert, ist so groß, dass der Benutzer bereit ist, einen höheren Preis dafür zu bezahlen. Ja mehr noch, er ist sogar bereit den Umsatz des Unternehmens durch Inanspruchnahme der Zusatzdienste zu steigern. Im Idealfall wird so ein Kunde zu einem Botschafter.

(hm, das notierte ich mir im september 2006)

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Posted by rudolf greger 

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